Später

Bald ist alles vorbei.
Langsam werden die Hügel abgetragen,
die grünen Sträucher verschwinden,
Straßen und Häuser gebaut.

Anstatt des Geruchs von Grün und Blumen,
nun die Abgase der Autos und Schornsteine.
Einst war hier Kinderlachen zu hören.
Bald brausen Autos vorbei, fort die Idylle.
Fort der Platz der Freude.

Wo wir als Kinder spielten. Auf dem Feld.
Im Herbst, nachdem der Acker gepflügt.
Im Sommer, als das gelbe Korn im Wind
schaukelte.

In den kleinen Hügeln. Wo wir Buden bauten
und Kartoffeln brieten. Wo wie Schlitten fuhren.
Es war schön hier.
Viel Freiheit, Bäume, Sträucher und Wiesen.
Schöne Kinderzeit, in Frieden und mit
Freunden.

Es ist noch nicht lange her, aber für die
Kinder von heute ist nun bald alles vorbei.
Niemals wird unser kleines Stück Land so
sein wie damals. Und doch freut es mich
immer wieder, wenn ich es mir anschau' und
zurückdenke.

Und mich schmerzt es, da ich weiß, dass bald
alles verschwinden wird.
Ausradiert.

Wo werden unsere Kinder spielen?
Später?

Werne, Anfang der Achtziger...

*Ironie des Schicksals: Besagtes Stück Land wurde zu einem kleinen Wohngebiet. In diesem lebe ich heute und meine Kinder spielen auf einer Spielstraße oder auf dem gebietsnahen Spielplatz. Was damals wehmütiger Abschied war wurde Anfang der neunziger Jahre freudige Rückkehr... So isses... Theo Klein, 22.07.1999